Lebendiges und Totes in der Verbrechenslehre Hans Welzels

Tagungsband

Lebendiges und Totes in der Verbrechenslehre Hans Welzels

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Für die deutsche Strafrechtswissenschaft ist die enge Verbindung philosophischer und dogmatischer Gedanken kennzeichnend. Auch Hans Welzel (1904-1977) entwickelte seine finale Verbrechenslehre von philosophischen Überlegungen her. Gegen Naturalismus und Neukantianismus berief er sich auf die Philosophische Anthropologie und die Ontologie Nicolai Hartmanns, aber auch auf neuhegelianische Gedankengänge.
Der wissenschaftliche Durchbruch gelang Welzel in den 50er Jahren. Auch auf die Rechtsprechung des BGH übte er beträchtlichen Einfluss aus. Markante Spuren hinterließ seine Lehre ferner in vielen Ländern Südeuropas, Ostasiens und Südamerikas. Seit den 70er Jahren geriet Welzels Denken allerdings zunehmend ins Abseits.
Die aus einer internationalen Freiburger Tagung hervorgegangenen Aufsätze des Bandes unternehmen eine umfassende Einordnung und Würdigung von Welzels Werk.

Michael Pawlik: Einleitung: Welzel - ein Klassiker? - Kurt Seelmann: Hans Welzels "sachlogische Strukturen" und die Naturrechtslehre - Björn Burkhardt: Welzels finale Handlungslehre und die philosophische Handlungstheorie - Michael Pawlik: Die Aufgabe des Strafrechts und die Legitimation von Strafe bei Welzel - Manuel Cancio Meliá: Sozialadäquanz - Carl-Friedrich Stuckenberg: Vorsatz, Unrechtsbewusstsein, Irrtumslehre - Hirokazu Kawaguchi: "Damit waren die Weichen von vornherein falsch gestellt". Anmerkungen zu Welzels Fahrlässigkeitslehre - Uwe Murmann: Welzels Beteiligungslehre - Michael Kubiciel: "Welzel und die Anderen". Positionen und Positionierungen Welzels vor 1945 - Ulfrid Neumann: Welzels Einfluss auf Strafrechtsdogmatik und Rechtsprechung in der frühen Bundesrepublik - Bernardo José Feijoo Sánchez: Welzels Einfluss auf die spanischsprachige Strafrechtsdogmatik - Luigi Cornacchia: Welzels Einfluss auf die italienische Strafrechtsdogmatik - Makoto Ida: Welzels Einfluss auf die ostasiatische Strafrechtsdogmatik - Wolfgang Frisch: Welzels Verbrechenslehre seit den siebziger Jahren - Günther Jakobs: Welzels Bedeutung für die heutige Strafrechtswissenschaft
ISBN 9783161539664
Medientyp Buch
Copyrightjahr 2015
Verlag Mohr Siebeck
Umfang VIII, 281 Seiten
Sprache Deutsch