"Sachkunde" als Beweisquelle im Strafprozess

Defizite der Verteidigungsrechte bei der Gewinnung und Verwertung von außerjuristischem Erfahrungswissen

"Sachkunde" als Beweisquelle im Strafprozess

Defizite der Verteidigungsrechte bei der Gewinnung und Verwertung von außerjuristischem Erfahrungswissen

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Ein Erfahrungssatz wird häufig als apodiktischer Vollbeweis behandelt, obwohl die Genese angesichts des epistemologischen Hintergrunds weder bei gerichtlich behaupteter »eigener Sachkunde« noch im Rahmen des Sachverständigenbeweises ausreichend transparent ist. Für die Verteidigung herrscht - wie die Autorin untersucht - eine positionelle Schwäche, da belastende Erfahrungssätze nicht effektiv hinterfragt, begünstigende Erfahrungssätze hingegen nur eingeschränkt in den Strafprozess eingebracht werden können. Die gesetzlichen Informations-, Beweisantrags- und Frage und Ladungsrechte weisen Defizite an dem Gewinnungs- und Verwertungsprozess auf. Es erfolgt u.a. eine rechtsdogmatische Analyse des Anhörungsrechts gem. Nr. 70 Abs. 1 RiStBV, des Rechts zur Selbstladung von Sachverständigen gem. 245 Abs. 2 StPO sowie der Begründungsdefizite bei der Ablehnung eines Beweisantrags auf Hinzuziehung eines Sachverständigen wegen »eigener Sachkunde« des Tatgerichts gem. 244 Abs. 4 S. 1 StPO, die mit Änderungsvorschlägen de lege ferenda schließt.

1. Einleitung
Problemstellung - Eingrenzung der Forschungsfrage und Forschungsbedarf - Gang der Bearbeitung

2. Gesetzliche Verankerung von »Sachkunde« im Strafprozess
Grundlagen: Dualismus sachkundiger Entitäten - Begriff der »Sachkunde« - eine definitorische Annäherung - Erfahrungswissen auf der Metaebene

3. Einführung von Erfahrungswissen in den Strafprozess durch das Tatgericht und Sachverständige
Sachkunde des Tatgerichts für Beweisfragen - Einholung von Fremdsachkunde durch Sachverständige ( 72 ff. StPO)

4. Die rechtlichen Ausgangspunkte für die Verteidigungsrechte des Angeklagten im Bereich des außerjuristischen Erfahrungswissens
Grundsatz des rechtsstaatlichen Strafverfahrens als Leitprinzip - Recht auf rechtliches Gehör (Art. 103 Abs. 1 GG) - Gebot der Waffengleichheit (Art. 6 Abs. 1 EMRK) - Konfrontations- und Ladungsrecht (Art. 6 Abs. 3 lit. d EMRK)

5. Herausforderungen der geltenden Rechtslage
Parameter des Fehlverurteilungsrisikos

6. Die Verteidigungsmöglichkeiten des Angeklagten im Bereich von außerjuristischem Erfahrungswissen
Ziele und Grenzen des Verteidigungsverhaltens - Im Ermittlungsverfahren - Im Zwischen- und Hauptverfahren - Vereinbarkeit der Änderungsvorschläge mit strafprozessualen Prinzipien

Fazit der Bearbeitung

ISBN 9783428198214
Medientyp Buch
Copyrightjahr 2026
Verlag Duncker & Humblot
Abbildungen 2 Abb.; 420 S., 2 schw.-w. Abb.
Sprache Deutsch