Strafverteidigung in Verfahren wegen Kinder- und Jugendpornografie
Strafverteidigung in Verfahren wegen Kinder- und Jugendpornografie
Verfahren wegen Kinder- und Jugendpornografie zählen zu den komplexesten Feldern der Strafverteidigung. Digitale Beweismittel, internationale Meldesysteme, KI-gestützte Auswertung und erheblicher öffentlicher Druck verlangen Fachwissen, das weit über die klassische Strafrechtsdogmatik hinausgeht. Dieses Werk liefert es erstmals als geschlossene, praxisorientierte Gesamtdarstellung.
Behandelt werden die materiellen Grundlagen der 184, 184a, 184b, 184c StGB einschließlich der Reform 2024, der nach wie vor umstrittene Pornografiebegriff sowie die zentralen Tathandlungen. Einen Schwerpunkt bildet die Besitzstrafbarkeit: Die strafrechtliche Einordnung von Dateien in Arbeitsspeicher, Cache, Thumbnails und gelöschten Bereichen wird technisch wie dogmatisch aufbereitet und unmittelbar in Verteidigungsansätze überführt.
Von der NCMEC-Meldung über Durchsuchung und Beschlagnahme bis zur Hauptverhandlung begleitet das Werk den gesamten Verfahrensgang. Es zeigt, wie digitale Beweismittel gesichert, ausgewertet und angegriffen werden können, und erörtert Beweisverwertungsverbote, die Problematik der IP-Zuordnung, den unreflektierten Besitz durch Messengerdienste sowie die Blackbox KI-gestützter Massendatenauswertung.
Für die Hauptverhandlung stellt es ein differenziertes Repertoire an Verteidigungsstrategien bereit Freispruch-, Geständnis-, Strafmaß-, Absprachen- und Beweiswürdigungsverteidigung , jeweils zugeschnitten auf die typischen Fallkonstellationen dieses Deliktsfelds. Abgerundet wird das Werk durch die Darstellung psychologischer Aspekte, den Umgang mit Medienöffentlichkeit und Stigmatisierung sowie praxisnahe Hinweise zu Prävention und Resozialisierung.
Es verbindet damit Rechtsdogmatik, technisches Fachwissen und Verteidigungsperspektive in einer geschlossenen Konzeption, die in dieser Form bislang nicht vorlag.
Vorläufiges Inhaltsverzeichnis I Einleitung II.Straftatbestände der 184a ff. StGB A. 184b StGB B. 184c StGB C. 184a StGB D. Kriminologische Datenlage und Entwicklungen E. Reformen des 184b StGB der Jahre 2021 und 2024 III. Ermittlungsverfahren A. Anlass von Ermittlungen 1. NCMEC Meldung 2. Meldung Dritter 3. Sog. Beifang 4. Strafanzeige in anderer Sache B. Erster Kontakt Beschuldigter Polizei 1. Hausdurchsuchung 2. Vorladung als Beschuldigter C. Mandatsverhältnis 1. Erstkontakt (Psychologie im Umgang, organisatorische Abläufe, etc.) 2. Typische Fragen und Anliegen (Erkennungsdienstliche Behandlung, familienrechtliche Probleme, Dauer der Auswertung Datenträger, Führungszeugnis, etc.) 3. Mandatsbearbeitung im Ermittlungsverfahren a. Rechtmäßigkeit der Hausdurchsuchung b. Rechtmäßigkeit der Beschlagnahme c. Auswertungsbericht d. Umgang mit dem Sonderband, Nr. 220 RiStBV e. Interessenlage der Mandanten f. Besondere Beschuldigte (Beamte, Lehrer, etc.) g. Verfahrensgestaltung aa. Einstellungsantrag 170 II StPO bb. Einstellungsantrag 45 JGG cc. Einstellungsantrag 153, 153a StPO dd. Strafbefehlsanregung, 408 StPO ee. Anregung von Nachermittlungen ff. sonstige Gestaltungsmöglichkeiten IV. Zwischenverfahren V. Hauptverfahren A. Grundsätzliches: Strategien & Vorbereitung B. Besonderheiten im Ablauf C. Einlassungsverhalten bei Geständnis D. Beweisaufnahme E. Öffentlichkeit F. Plädoyers und letztes Wort G. Rechtsmittelverfahren H. Kosten (insb. Kosten der Auswertung) VI. Zusammenfassung und Fazit.
Odebralski, Nikolai
| ISBN | 978-3-662-73768-2 |
|---|---|
| Medientyp | Buch |
| Copyrightjahr | 2026 |
| Verlag | Springer, Berlin |
| Abbildungen | XIV, 148 S. 1 Abb. |
| Sprache | Deutsch |