Strafrechtliche Beiträge zu Rechtsgeschichte und Rechtsphilosophie

Strafrechtliche Beiträge zu Rechtsgeschichte und Rechtsphilosophie

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Seit dem Inkrafttreten des 6. StrRG am 1.4.1998 betrafen Änderungen und Erweiterungen des Strafrechts nahezu ausschließlich Einzelfragen. Zur Überprüfung dieser Neuerungen an den Grundlagen des Rechts sah man keinen Anlass. Dabei sind es doch gerade sie, die fundierte Antworten auf die Frage liefern, wie neuen Entwicklungen begegnet werden kann, die das Strafrecht betreffen, ohne die Grundlagen zu verlassen, auf die es gebaut ist.
Notwendig hierfür ist die Einbeziehung der Antworten aus der Rechtsphilosophie und dem reichen Erfahrungsschatz, den die Rechtsgeschichte bietet, verbunden mit einem Blick auf Personen, deren Ideen unser heutiges Strafrecht mit geprägt haben. Dieser Einsicht folgend, haben sich die Herausgeber des vorliegenden Bandes entschlossen, aus den facettenreichen strafrechtsgeschichtlichen und den rechtsphilosophischen Texten Wilfried Küpers einige Abhandlungen auszuwählen, die eben diese grundlegenden Positionen beleuchten. Alle diese Beiträge spiegeln die Gründlichkeit, die innere Kraft und die Neugier des Autors wider, dessen Liebe zu seiner Wissenschaft aus jeder Zeile seiner Arbeiten spricht.

Rechtsgeschichtliche Beiträge
Cesare Beccaria und die kriminalpolitische Aufklärung des 18. Jahrhunderts - Legalitätsprinzip - Notstand I (strafrechtlich) - Historische Bemerkungen zur "freien Beweiswürdigung" im Strafprozeß - Der Heidelberger Strafrechtslehrer Karl von Lilienthal - Das "Verbrechen am Seelenleben" und das "Verbrechen gegen die Geisteskräfte". Strafrechtshistorische Betrachtungen zu P. J. A. Feuerbachs Schrift über Kaspar Hauser - Autobiographie oder Schattenbild? Zur "Selbstbeschreibung" P. J. A. Feuerbachs - Paul Johann Anselm Feuerbach als Zeitgenosse. Die früheste Biographie Feuerbachs. Zugleich ein Beitrag zur Feuerbach-Bibliographie - Besprechung von S. W. Neh. Die posthumen Auflagen von Feuerbachs Lehrbuch. Zu der Konzeption C. J. A. Mittermaiers und seinem Wissenschaftsverständnis - Gustav Radbruch (1878-1949). Leben und Lehre in Heidelberg - Briefwechsel Karl Josef Anton Mittermaier - Rudolf von Gneist - Theodor Goltdammer - Annäherungen an einen preußischen Juristen - "Die Sprache ist das Organ der Vernunft." Ein unbekannter Text Paul Johann Anselm Feuerbachs (1775-1833) - Rezension zu "Savigny als Strafrechtspraktiker" (v. Arnswaldt) - Neues von und über Theodor Goltdammer - Goltdammers Briefe an Mittermaier - Vor vierzig Jahren: Die "Verkürzung" der Verjährungsfrist für NS-Mordgehilfen - August Wilhelm Heffter (1796-1880). Ein preußischer Kriminalist und Universaljurist im 19. Jahrhundert

Rechtsphilosophische Beiträge
Heinrich Heine über Straftheorien - "Es kann keine Not geben, welche, was unrecht ist, gesetzmäßig machte.". Immanuel Kants Kritik des Notrechts - Von Kant zu Hegel. Das Legitimationsproblem des rechtfertigenden Notstandes und die freiheitsphilosophischen Notrechtslehren - Die Vergeltung. Annette von Droste-Hülshoffs Ballade in strafrechtlich-rechtshistorischer Sicht - "Unendliche" gegen "partielle" Verletzung des "Daseins der Freiheit". Bemerkungen zur Notrechtslehre G. W. F. Hegels - "Das Strafgesetz ist ein kategorischer Imperativ". Zum "Strafgesetz" in Kants Rechtslehre - "Gewalt vor Recht" statt "Recht vor Gewalt". Zum ursprünglichen "natürlichen Erlaubnisgesetz" in Kants Rechtsmetaphysik
ISBN 9783161551246
Medientyp Buch
Copyrightjahr 2017
Verlag Mohr Siebeck
Umfang VIII, 435 Seiten
Sprache Deutsch