Personenidentifizierung durch Zeugen im Strafverfahren.
Anforderungen an die ordnungsgemäße Durchführung von Wiedererkennungsverfahren und Beurteilung des Beweiswerts von Identifizierungsleistungen unter besonderer Berücksichtigung rechtspsychologischer und kriminalistischer Aspekte.
Falschidentifizierungen durch Zeugen stellen einen nicht unerheblichen Anteil an der Gesamtzahl von Justizirrtümern in deutschen Strafverfahren dar. Wie kann es zu Falschidentifizierungen kommen? Das Wiedererkennen einer Person als ehemals wahrgenommenen Täter unterliegt einem äußerst komplizierten kognitiven Prozess. Die Identifizierungsleistung von Zeugen kann durch eine Reihe psychologisch untersuchter Einflussfaktoren beeinträchtigt werden und ist äußerst fehlerbehaftet. Nichtsdestotrotz kommt der Personenidentifizierung durch Zeugen im Strafverfahren oftmals wegweisende Bedeutung zu. Anja Hofmann zeigt, dass das von Natur aus fehleranfällige Wiedererkennen von Personen durch die Beachtung bestimmter methodischer Vorgehensweisen deutlich zuverlässiger gestaltet werden kann. Sie fordert mit Nachdruck, dass die Verantwortlichen diesen rechtspsychologischen und kriminaltaktischen Erkenntnissen ausreichend Beachtung schenken und entsprechende Methoden Einzug in die Polizei- und Gerichtspraxis halten. Die Autorin bietet nicht nur eine komprimierte Informationsmöglichkeit, sondern leistet durch konkrete Empfehlungen für die geforderten Vorgehensweisen auch einen Beitrag zur Reduzierung der Fehlerquellen bei der Personenwiedererkennung und somit zur Lösung der damit verbundenen strafprozessualen, rechtspsychologischen und kriminaltaktischen Probleme.
1;Vorwort;62;Inhaltsverzeichnis;83;Abbildungs- und Tabellenverzeichnis;143.1;Abbildung 1: Ein einziges Gesicht? Oder Teile von vier Gesichtern?;423.2;Abbildung 2: Aus Einzelheiten werden Ganzheiten;433.3;Abbildung 3: Trefferraten als Funktion von Veränderungen in Barttracht (B),Brille (G) und / oder Kopfbedeckung (H);623.4;Abbildung 4: Wiedererkennungsleistung in Abhängigkeit vonAlkoholisierung der "Zeugen" und Ethnie der "Täter";773.5;Abbildung 5: Prozentzahlen an richtigen und falschen Identifizierungennach unterschiedlich langen Behaltensintervallen;873.6;Abbildung 6: Wiedergabeproblem;893.7;Abbildung 7: Ähnlichkeit der Vergleichspersonen bei Wahlgegenüberstellungen;1493.8;Abbildung 8: Herkunft der Vergleichspersonen bei Wahlgegenüberstellungenund Video-Wiedererkennenstests;1513.9;Abbildung 9: Leiter der Wiedererkennungsverfahren;1523.10;Abbildung 10: Ähnlichkeit der Vergleichspersonen bei Wahllichtbildvorlagen;1803.11;Tabelle 1: Mögliche Ergebnisse einer Identifizierungsaussage;573.12;Tabelle 2: Eyewitness recognition across type of assessment withinstress conditions;713.13;Tabelle 3: Anzahl der auf den Beschuldigten (fett) und die Vergleichspersonenin zwei Durchgängen gefallenen Wahlen von Versuchspersonen,die nicht Zeugen der Tat waren;1293.14;Tabelle 4: Identifizierungsleistungen im simultanen und sequenziellenGegenüberstellungsmodus mit beziehungsweise ohne Täterpräsenz;1363.15;Tabelle 5: Anzahl der Vergleichspersonen bei Wahlgegenüberstellungenund Video-Wahlverfahren in Prozent;1493.16;Tabelle 6: Anzahl der Vergleichspersonen bei Wahllichtbildvorlagenin Prozent;1793.17;Tabelle 7: Wichtige, potentiell wichtige und weniger wichtige Faktorenbei der Beurteilung von Identifizierungsleistungen;2104;Abkürzungsverzeichnis;155;Einleitung;185.1;I. Falschidentifizierungen als Ursache von Justizirrtümern - ein Problemaufriss;185.2;II. Anliegen und Vorgehensweise;216;1. Kapitel: Die Problematik des Zeugenbeweises als Quelle der Wahrheitsfindung;236.1;A. Einführung;236.2;B. Zeugen als Beweismittel im Strafverfahren;256.2.1;I. Der Zeugenbeweis - seine Bedeutung in der geschichtlichen Entwicklung;256.2.2;II. Zeugen im heutigen Beweisverfahren;286.2.3;III. Person des Zeugen;296.2.4;IV. Gegenstand des Zeugenbeweises;306.2.5;V. Pflichten und Rechte des Zeugen;306.3;C. Zuverlässigkeit von Zeugenaussagen;326.3.1;I. Glaubwürdigkeit des Zeugen und Glaubhaftigkeit seiner Aussage;326.3.2;II. Wahre und falsche Aussagen;336.3.2.1;1. Irrtum und Lüge;346.3.2.2;2. Einführung in die Irrtumslehre;366.3.2.2.1;a) Allgemeine Irrtumsquellen von Zeugenaussagen;366.3.2.2.1.1;aa) Wahrnehmungsfähigkeit;376.3.2.2.1.1.1;(1) Sinnesorgane;376.3.2.2.1.1.1.1;(a) Auge;376.3.2.2.1.1.1.2;(b) Ohr;386.3.2.2.1.1.2;(2) Kognitives System;386.3.2.2.1.1.2.1;(a) Begrenzte Simultankapazität;396.3.2.2.1.1.2.2;(b) Selektive Aufmerksamkeit;406.3.2.2.1.1.2.2.1;(aa) Reiz;406.3.2.2.1.1.2.2.2;(bb) Interessenausrichtung;416.3.2.2.1.1.2.3;(c) Sinngebung;416.3.2.2.1.1.2.4;(d) Befindlichkeit und Motivation des Zeugen;436.3.2.2.1.2;bb) Behaltensfähigkeit;446.3.2.2.1.2.1;(1) Enkodierung ins Langzeitgedächtnis;446.3.2.2.1.2.2;(2) Veränderung von Gedächtnisinhalten;456.3.2.2.1.2.3;(3) Emotionen;466.3.2.2.1.3;cc) Abruffähigkeit;466.3.2.2.2;b) Zwischenfazit;476.4;D. Normative Sicherungen vor Falschaussagen durch Würdigung der Zeugenaussagen;486.4.1;I. Geschichtliche Entwicklung der Aussagewürdigung;486.4.2;II. Aussagewürdigung im heutigen Strafverfahren;506.4.2.1;1. Prinzip der freien richterlichen Beweiswürdigung, 261 StPO;506.4.2.2;2. Revisibilität der Beweiswürdigung;536.5;E. Fazit;547;2. Kapitel: Überblick über die psychologischen Erkenntnisse zur Personenwiedererkennung;557.1;A. Einführung;557.1.1;I. Experimentalpsychologische Forschung als Grundlage der Erkenntnisgewinnung;557.1.2;II. Psychologisch erforschte Einflussfaktoren auf die Personenwiedererkennung durch Zeugen;577.2;B. Täterfaktoren;597.2.1;I. Auffälligkeite
Hofmann, Anja
ISBN | 9783428539772 |
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Artikelnummer | 9783428539772 |
Medientyp | E-Book - PDF |
Copyrightjahr | 2013 |
Verlag | Duncker & Humblot GmbH |
Umfang | 238 Seiten |
Abbildungen | 7 Tab., 10 Abb.; 238 S. |
Sprache | Deutsch |
Kopierschutz | Digitales Wasserzeichen |